Lange Zeit habe ich mich gefragt, ob ich mich in die lange Reihe derer einreihe, die ein Urlaubsboykott fordern, für Länder in denen Tierquälerei Gang und Gäbe ist. Aber ich habe mich ganz anders entschieden! Nicht nur das die Auswahl der Urlaubsländer die man als Tierfreund noch bereisen kann eher gering wäre, denn wo sollte man dann noch Urlaub machen? Spanien fällt aus, genauso wie die Türkei, Jugoslawien oder Afrika, vom Kap der guten Hoffnung bis hoch nach Nordafrika. Die List ließe sich ewig fort führen, doch ich denke das jeder selber weiß wie es in diesen Ländern aussieht. Was bliebe dann noch als Urlaubsland? Holland - Deutschland - Österreich, die Schweiz, diese eher bedingt weil hier, laut einem Fernsehbericht, der vor einigen Jahren mit versteckter Kamera gemacht wurde, Hundeschinken als Delikatesse unter der Hand und illegal gehandelt wird. Wir sehen also es wird eng auf der Welt für Tierfreunde, weil die Länder die aktiv Tierschutz betreiben noch rar sind. Aber ich habe mich, vor allem anderen, deshalb gegen den Aufruf zu einem Boykott entschieden, weil es die Situation der Tiere nur verschlechtern würde. Wo kein Kläger, da kein Verbrechen!
Deshalb rufe ich eher dazu auf diese Länder mit Touristen zu überschwemmen. Ich meine nicht die Touries die zehn Stunden am Tag am Strand liegen, und die Nacht in der Disko zum Tag machen, eben jene denen es nur den Spaß geht. Ich meine jene Touristen die mit offenen Augen durchs Leben gehen. Fahrt nach Spanien etc. und macht Fotos, dreht Videos, wo immer ihr auf Tierquälerei stoßt. Je mehr destso besser, denn nur so können wir erreichen das noch mehr Menschen auf die Zustände in diesen Ländern Aufmerksam werden. Kommt nach Hause mit euren Fotos und Videos, zeigt sie all euren Verwandten und Bekannten, schickt sie an Fernsehanstalten und die Presse und an Tierschutzorganistaionen. Wenn keine Deutschen mehr in Länder reisen in denen Tiere gequält werden, gibt es auch keine Ankläger mehr, da keiner mehr sehen würde wie es den Tieren ergeht. Und damit hätten die Tierquäler in diesen Ländern wieder einmal gewonnen. Je mehr Menschen also von der Situation dort, hier berichten können um so besser. Vielleicht gelingt es ja, wenn der öffentliche Druck endlich groß genug ist, Brüssel endlich mal auf zu rütteln. Möglicherweise gelingt es ja, dass endlich Europaweit, einheitliche Tierschutz Gesetze durch gesetzt, und eingehalten werden.
Deshalb appelliere ich all jene die die Möglichkeit haben, reist in diese Länder um über die Missstände zu berichten. Und wenn ihr schon einmal da seid, stellt euch als Flugpaten zur Verfügung.
Immer wieder höre ich, wenn ich den Menschen in meiner Umgebung, davon erzähle das wir eine Pflegschaft für Dingo e.V. übernommen haben, folgenden Satz:
„Gibt es nicht schon genug Hunde in unseren Tierheimen?“
Selbstverständlich gibt es schon genug Hunde in unseren Tierheimen, was schlimm genug ist. Aber verglichen mit den armen Kreaturen, zum Beispiel in Spanischen Tierheimen, geht es den Tieren in Deutschen Tierheimen noch gut. In Spanischen Tierheimen bleibt den Tieren nichts weiter über als auf den Tod, der so gewiss kommt wie das Amen in der Kirche, zu warten, und das unter erbärmlichen Zuständen.
Aber ich argumentiere, wenn ich so etwas höre, gerne mit folgenden Worten.
„Gibt es nicht schon genug Menschen auf dieser Welt? Werden nicht immer wieder, wenn irgendwo auf der Welt eine Katastrophe geschieht, trotz Überbevölkerung, Menschen aller Altersklassen nach Deutschland geholt? Dürfen Tiere nicht auch ein wenig Hoffnung haben?“
„Ja aber das ist doch keine Lösung, die Tiere hier her zu holen das ändert doch nichts an Situation vor Ort!“
„Richtig, aber Tierschützer setzen vor Ort alles daran um die Zustände zu ändern, und die Tiere die Aufgegriffen werden, werden umgehend kastriert. So wird es, nach und nach, nicht mehr die Notwendigkeit geben Hunde nach Deutschland zu holen!“
Sicher es ist keine Lösung, den einen oder anderen Hund, aus seiner Heimat zu holen um ihm hier ein schönes zu Hause zu geben, aber es ist ein Anfang. Tierschutz muss in diesen Ländern nicht Willkürlich betrieben werden. Es reicht nicht die Tiere vor Ort zu kastrieren, und den Menschen dort, mit erhobenem Zeigefinger, zu sagen das das was sie machen falsch ist. Tierschutz muss dort im Kindergarten anfangen. Engagierte Tierschützer müssen, immer und immer wieder, in die Kindergärten und die Schulen gehen und schon die kleinsten sensibilisieren. Es muss ihnen immer wieder gesagt werden das es falsch ist Tiere zu quälen. Es sind nicht nur die Erwachsenen die Tiere quälen, oft sind es Kinder die Gräueltaten an Tieren verüben. Sie fangen sie ein und schneiden ihnen die Ohren ab, stechen ihnen die Augen aus und brechen ihnen Knochen. Sie übergießen die Tiere mit Brandbeschleuniger und zünden sie an, nur um sich an ihren Qualen zu ergötzen. Aber sie kennen es nicht anders, ihre Eltern leben es ihnen vor! Und diese Eltern bestrafen ihre Kinder natürlich nicht, denn Hunde und Katzen sind ja nur Tiere, und die haben keine Rechte. Ob die Tiere Schmerz empfinden ist ihnen egal. Nur durch nachhaltige Umerziehung im Umgang mit Tieren, ist möglich die Situation für die Tiere vor Ort zu verbessern. Natürlich geht das nicht von Heute auf Morgen. Dieser Prozess des Umdenkens wird Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Aber wenn es gelingt nur einen geringen Prozentsatz der Kinder zum Umdenken zu bewegen, so haben wir immerhin den Samen gesät. Wenn diese Kinder mit dem Bewusstsein heran wachsen das Tiere auch empfinden können, und Liebe mit Liebe vergelten, und auch nützliche Hausgenossen sein können, wenn diese Kinder also auch ihre Kinder in diesem Sinne erziehen, dann hat der Tierschutz gewonnen!
Wir haben in der kurzen Zeit, seit wir eine Pflegeschaft übernommen, haben schon einige Schicksale hier gehabt bei denen es mich graust. Da war Quimby, ihm wurde die Rute abgeschlagen, wenn er Glück hatte noch mit einem Messer, oder ähnlichem. Andere Hunde werden dieses Glück sicher nicht gehabt haben, denn es ist auch sehr beliebt ihnen die Rute mit einem Knüppel ab zu schlagen. Gott wei was Quimby sonst noch erleiden musste. Und wir haben Nuria, der auch die Rute fehlt. Aber es wurde auch, was wir erst vor kurzem festgestellt haben, mit Schrot auf sie geschossen. Ich habe heute das Röntgenbild ihres Schädels gesehen. Die ganze Schädeldecke ist übersät mit Schrotkugeln. Von Sonja Zietlow weiß ich das Nuria an einer Kläranlage angebunden war, wer weiß was sonst noch alles erleiden musste, bis Tierschützer sie endlich befreit haben! Durch diese, und andere Schicksale (Chito) hat sich auch bei mir ein Umdenken eingestellt. Was haben mich früher die Schicksale der Tiere irgendwo, weit weg, interessiert? Heute denke ich anders, ja es interessiert mich, denn ich habe erkannt das es auch mich etwas angeht wie es Tieren in fernen Ländern ergeht. Denn ich habe Hunde bei mir zu Hause, und so wie jeder Vater, und jede Mutter, sich um das Schicksal weit entfernter Kinder kümmert, so rührt mich eben auch das Schicksal von Tieren in fernen Ländern. So vieles wird für Not leidende Kinder getan, was auch gut so ist, warum aber ist dann die Bereitschaft hilflosen Tieren zu helfen, so gering? Deshalb noch einmal mein Aufruf zur Mobilmachung, reist – reist in diese Länder und bringt Bilder mit, doch versteckt sie nicht in euren Fotoalben, oder PCs, sondern macht sie publik!